Druckschrift 
9 (1851) Der Alterthümler
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen
 

allein durch's Fenster, sondern auch durch jeden Spalt der rohgezimmerten Hütte, und so kam er dazu, dieselbe Erscheinungzu betrachten, welche die Wachzeit seiner Brüder schon vorhergestört hatte. Sein erster Gedanke war, daß die Müllerhauser,ihre Nebenbuhler im Gewerbe, mit denen sie schon manchenStreit gehabt hatten, etwa über ihre Gränzen gegangen wären,um ihr Holz zu rauben, und er beschloß, seine Brüder zuwecken, um jene für ihre Kühnheit zu bestrafen. Aber einekurze Betrachtung der Geberden und Bewegungen derjenigen,die im Feuer zu arbeiten schienen, veranlaßten ihn, jenenGlauben auszugeben und, obwohl er in solchen Dingen einZweifler war, den Schluß zu ziehen, das, was er sähe, seieine übernatürliche Erscheinung.Aber mögen es Menschenoder Teufel sein," sagte der unerschrockene Waldbewohncr,diesich dort mit so seltsamen Geberden und Gebräuchen beschäftigen,ich will hingehen und einen Brand verlangen, um damit un-fern Meiler wieder anzuzünden-" Zugleich gab er auch den Ge-danken auf, seine Brüder zu wecken. Es bestand der Glaube,daß solche Abenteuer, wie er eben eins unternehmen wollte,nur von einer Person auf einmal bestanden werden könnten; erfürchtete auch, seine Brüder möchten in ihrer bedenklichen Furcht-samkeit ihn zu hindern suchen, das zu erforschen, was er sich vor-genommcn hatte; daher nahm der kühne Martin seinen Eber-spieß von der Wand und ging dem Abenteuer allein entgegen.

Mit derselben Absicht, wie sein Bruder Georg, aber mitweit mehr Muth, ging Martin über den Bach, stieg die Höheempor und näherte sich der Geisterversammlung so weit, daßer an der bedeutendsten Figur die Attribute des Harzgcisteserkennen konnte. Ein kaltes Schaudern ergriff ihn zum erstenMal in seinem Leben; aber der Gedanke, daß er ja sogar dieZusammenkunft gewünscht hatte, die jetzt stattfinden sollte,