Harzgeiste warnten. Die Schicksale Martin Waldeck's wurdenvon den Bejahrten oft ihren leichtsinnigen Kindern erzählt,wenn diese über eine scheinbar nur eingebildete Gefahr spotteten.
Ein reisender Kapuriner hatte von der Kanzel in der stroh-gedeckten Kirche eines Dörfchens, Namens Morgenbrod, injener Gegend des Harzes liegend, Besitz genommen, und pre-digte von derselben gegen die Gottlosigkeit der Einwohner,ihren Umgang mit bösen Geistern, Hexen, Feen, und besondersmit dem Waldkobolde des Harzes. Die Lehren Luther's be-gannen sich bereits unter dem Landvolke zu verbreiten, dennder Vorfall fand unter der Regierung Karl's V. statt, und sielachten höhnisch über den Eifer, mit welchem der fromme Mannseinen Gegenstand behandelte. Endlich, da seine Heftigkeit mitdem Widerspruche zunahm, stieg auch der Widerspruch im Ver-hältnisse zu seiner Heftigkeit- Die Einwohner wollten nichtgern einen vertrauten ruhigen Geist, der seit manchem Jahr-hundert den Brocken bewohnt hatte, mit Namen belegen hören,wie Baalpeor, Aschtaroth und selbst Beelzebub, und ihn soohne weiteres zur bodenlosen Tiefe verdammt sehen- Die Be-sorgniß, der Geist möchte sich an ihnen rächen, wenn sie einemso illiberalen Urtheil zuhörtcn, vereinigte sich zu seinem Bestenmit ihrem Nationalintereffe. Ein reisender Mönch, sagten sie,der heute hier ist und morgen dort, mag reden, was ihm ge-fällt; aber wir sind es, die alten und beständigen Bewohnerder Gegend, welche der Gnade des beleidigten Geistes über-lassen bleiben und natürlich für Alles büßen müssen. Bei der,durch solche Betrachtungen veranlaßten Aufregung, vertausch-ten die Bauern ihre beleidigenden Worte mit Steinen, undnachdem sic ihn artig gesteinigt hatten, trieben sie ihn aus demKirchspiel, um wo anders gegen Geister zu predigen.
Drei junge Männer, die gegenwärtig und thätig bei dieser