33
erlesene Schauplatz für Erzählungen von Hexen, Geistern undähnlichen Erscheinungen. Die Beschäftigung der Landbewohner,die zum Theil Bergleute und Waldarbeiter find, ist von derArt, daß sie dem Aberglauben besonder» Vorschub leistet, unddie Naturerscheinungen, die ihnen bei ihrem einsamen oderunterirdischen Beruf Vorkommen, werden von ihnen häufig derEinwirkung von Kobolden oder Zauberkräften zugeschrieben.Unter den verschiedenen Sagen, die in dieser wilden Gegendim Umlauf sind, ist eine besonders beliebt, welche berichtet,der Harz diene einer Art von Schußgeist zum Aufenthalt,welcher sich in der Gestalt eines wilden Mannes von großerStatur zeigt, das Haupt mit Eichenlaub bekränzt und miteinem Gürtel von gleicher Art versehn, und in der Hand einenentwurzelten Fichtcnstamm tragend. Allerdings wollen viele.Personen eine solche Gestalt gesehen haben, wie sie mit weitenSchritten in paralleler Richtung mit ihnen am Rande einesgegenüberliegenden Berges hinschritt, welcher von ihnen durchein enges Thal getrennt war; und wirklich ist das Thatsäch-liche dieser Erscheinung so allgemein anerkannt, daß moderneZweifelsucht nur in der Erklärung ihre Zuflucht finden konnte,daß sie Alles einer optischen Täuschung zuschrieb.
In alten Zeiten war der Verkehr des Geistes mit den Bewoh-nern noch vertraulicher, und gemäß den Harzsagen war er, nachder Laune, die man gewöhnlich solchen erdentsproffene» Mäch-ten zuschreibt, gewohnt, sich in die Angelegenheiten der Sterb-lichen zu mischen, bisweilen zu ihrem Wohl, bisweilen zu ihremWeh Man bemerkte aber auch, daß selbst seine Geschenke imLaufe der Zeit oft denen verderblich wurden, denen sie geliehenwaren, und es war eine nicht ungewöhnliche Sache, daß diePfarrer aus Fürsorge für ihre Heerdcn lange Predigten hielten,worin sie vor allem, direktem oder indirektem, Umgang mit dem
Alterthümler II. 3