Unser Herr ist ein Kenner von Pferdefleisch, das sagte Gibbie,denn er bot ihm ein Thier und glaubte ihn damit zufriedenzu stellen, weil er ein gelehrter Mann ist; aber Mr. Lovelmocht' es kaum ansehn, und kaufte eins, das wohl dem bestenReiter gut genug sein möchte. Es steht drüben im Gasthofean der Straße, und er ritt gestern Morgen und heute Morgenvor dem Frühstück aus — aber wollen Sie nicht hinauf insein Zimmer gehen?"
»Gleich, gleich; — aber er hat doch keinen Besuch?"
»Ach Gott, Mr- Oldbuck, gar nicht; er nahm ja Niemandan, als er wohl und munter war; welcher Mensch in Fair-port sollte denn nun zu ihm kommen?"
»Ja, ja, 's ist wahr — ich hätte mich wundern sollen,wenn's anders war — Nun, so zeigen Sie mir den Weg,Mrs. Hadoway, sonst möcht' ich mich verlaufen und hingehn,wohin ich nicht soll."
Die gute Wirthin führte ihn die enge Treppe hinauf,warnte ihn vor jedem Absätze und klagte in einem fort, daßer sich so hoch bemühen müsse. Endlich pochte sie sanft an derThür von ihres Gastes Zimmer. „Herein," rief Lovel; undMrs. Hadoway ließ den Laird von Monkbarns hinein.
Das kleine Zimmer war nett und sauber und anständigmeublirt, auch durch einige Ueberreste von Stickerei geschmückt,welche Mrs. Hadoway noch aus ihrer Jugend erhalten hatte;aber es war eng, beschränkt, und, wie es Oldbuck vorkam,ein nachtheiliger Aufenthalt für einen jungen Mann von zar-ter Gesundheit — eine Wahrnehmung, die einen Plan zurReife brachte, den er bereits zu Lovel's Bestem ausgesonnenhatte. Hinter einem Schreibtische, auf welchem eine MengeBücher und Papiere lagen, saß Lovel auf einem Kiffen inSchlafrock und Pantoffeln. Oldbuck erschrack über die Ver-