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9 (1851) Der Alterthümler
Entstehung
Seite
192
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Das bedarf keiner Frage, Freund! ja, ich will die kritischenund historische» Noten zu jedem Gesänge schreiben, und selbst denPlan der Geschichte entwerfen. Jchhabeciniges poetischeTalent,Mr. Lovcl, nur war ich nie im Stande, Verse zu schreiben."

Es ist Schade, Sir, daß Ihnen eine Gabe abging, diewesentlich znr Kunst gehört."

Wesentlich? gar nicht! das ist nur das Mechanische dabei.Es kann ein Mann Dichter sein, ohne Spondäen und Daktylenzu messen, gleich den Alten, oder das Ende der Zeilen zu reimen,wiedieNeuen, ebenso gut, wie einer Architekt sein kann, obwohl ernicht im Stande ist, wie ein Steinmetz zu arbeiten. GlaubenSie, daß Palladins oder Vitruvius je ein Kalkfaß trugen?"

Wenn cs so ist, so sollten stets zwei Autoren ein Gedichtausarbeiten; einer um zu denken und zu erfinden, der andere,um es äußerlich auszuführen."

Nun, das würde gar nicht übel sein; wir wollen jeden-falls den Versuch machen. Nicht, als ob ich meinen Namenöffentlich zu nennen wünschte der Beistand eines gelehrtenFreundes könnte nur, ganz wie cs Ihnen gefiele, in der Vorredeanerkannt werden-schriststellcrischeEitelkeitistmirvölligfremd."

Lovel ergötzte sich sehr an einer Erklärung, welche nicht sehrmit dem Eifer übereinstimmte, womit sein Freund die Gelegenheit,vor das Publikum zu treten, zu ergreifen schien, obwohl dies aufeine Weise geschah, als wolle er lieber hinten auf den Wagen, alshineinsteigen. Der Antiquar war in der That ungewöhnlich hei-ter; denn gleich vielen andern Männern, die ihr Leben im Verbor-genen mit wissenschaftlichen Forschungen zubringen, wünschte erim Stillen gar sehr, sich gedruckt zu sehn; und nur gelegentlicherMangel an Selbstvertrauen, Furcht vor der Kritik, und zur Ge-wohnheit gewordene Trägheit und stetes Anfschieben hatten ihnbisher daran verhindert. Ich kann aber, dachte er, wie ein zwei-