„Sollen wir unser Leben," sagte sie, „ohne Widerstand auf-geben? Ist kein Pfad, sei er auch noch so furchtbar, auf demwir den Felsen erklimmen könnten, oder auf dem wir wenig-stens im Stande sind, eine Höhe zu erreichen, die sicher vorder Fluth ist, wo wir bis zum Morgen, oder bis Hilfe kommt,bleiben könnten? Man muß von unserer Lage wissen, undman wird die Gegend zu unsrer Rettung aufbieten."
Sir Arthur, welcher die Frage seiner Tochter hörte, aberkaum verstand, wandte sich dennoch instinktartig und eifrigan den alten Mann, als ob ihr Leben in seiner Gewalt ge-standen hätte. „In meinem früher» Leben," sagte er, „warich ein kühner Kletterer, und manches Vogelnest Hab' ich zwi-schen diesen schwarzen Klippen geplündert; aber das ist lange,lange her, und kein Mensch könnte ohne ein Seil hinauf-kommen; und hätt' ich auch eins, so ist doch mein Augenlicht,mein Fuß und meine Hand seit jener Zeit viel zu schwach ge-worden. Und wie könnt' ich auch Sie dann retten? — Aberes war einmal ein Pfad hier-, aber, wenn wir ihn auch sehnkönnten, so war' es doch besser. Sie blieben hier, wo wirsind — Sein Name sei gelobt!" rief er plötzlich aus, „dakommt wahrhaftig Jemand die Klippe herab!" — Daraufrief er, mit erhobener Stimme, dem kühnen Abenteurer solcheWeisungen zu, wie sie seine frühere Uebung und die Erin-nerung an die örtlichen Verhältnisse ihm plötzlich eingaben:— »Ihr seid ganz recht! — ganz recht! — so ist's gut! —macht das Seil am Crummiehorn fest, an dem schwarzenSteine da — schlingt's zweimal herum — so ist's recht! —nun wendet Euch ein Bißchen ostwärts — ein Bißchen mehrnach dem Steine dort — wir nannten ihn den Katzenstein —cs war dort die Wurzel eines Eichbaums — so ist's gut —nun flink, Freund! — nur vorsichtig — nehmt Euch Zeit —