79
oder ein christliches Frauenzimmer. Zwei lange und knochigeArme waren am Ellbogen mit dreifachen Spiyenmanschettenversehn, und da sie auf der Brust kreuzweis gefaltet und mitHandschuhen von blendend hellrother Farbe geschmückt wa-ren, so hatten sie keine geringe Aehnlichkeit mit zwei Ricsen-krebsscheren. Schuh' mit hohen Absätzen und ein kurzer sei-dener Mantel, mit eleganter Nachlässigkeit über die Schulterngeworfen, vollendeten das Aeußere der Miß Griselda Oldbuck.
Ihre Nichte, dieselbe, die Lovel bei seinem ersten Besucheflüchtig geschn hatte, war ein artiges junges Mädchen, ge-fällig nach der Mode des Tages gekleidet, mit einer schalk-haften Miene, die ihr recht wohl stand und die vielleichtihren Ursprung in dem kaustischen Humor hatte, welcher derFamilie ihres Oheims eigenthümlich war, obwohl bei ihrschon bedeutend gemildert.
Mr. Lovel bezeigte beiden Damen seine Aufmerksamkeit;die ältere erwiederte dieselbe mit den weitschweifigen Kompli-menten vom Jahr 1760 , jener regelrechten Periode,
Wo während eines GratiasWohl eine halbe Stunde schwand;
die jüngere aber antwortete moderner Sitte gemäß, wozu sie,gleich dem neuern Geistlichen zu seinem Tischgebet, weit we-niger Zeit brauchte-
Während man Komplimente austauschte, hatte Sir Ar-thur, seine schöne Tochter am Arm führend, den Wagen ver-lassen, sich der Gartenthür genähert und den Damen gebüh-rend seine Achtung bewiesen.
»Sir Arthur," sagte der Alterthümler, „und Sie, meineschöne Feindin, gestatten, daß ich Sie mit meinem jungenFreunde Mr. Lovel bekannt mache, einem Herrn, welcher,während das Scharlachfieber jetzt epidemisch auf unserer Insel