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9 (1851) Der Alterthümler
Entstehung
Seite
71
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Bei vorgerückterem Alter jedoch, wo er träger und unempfäng-licher für die Jagdfreuden wurde, ersetzte er dieselben durch ge-legentliches Lese» der schottischen Geschichte; so bekam er all-mählig einen Geschmack an Alterthümern, der freilich wedertief noch sehr geläutert war, ihn aber doch zum Gesellschafterseines Nachbars, des Mr. Oldbnck von Monkbarns, und zu des-sen Mitarbeiter bei seinen antiquarischen Forschungen machte.

Zwischen diesen beiden Sonderlingen fanden indeß einigeVerschiedenheiten statt, die zuweilen Zwist veranlaßten. DerGlaube Sir Arthnr's als Alterthnmsfvrscher war unbegränzt,und Mr. Oldbnck war (trotz der Geschichte mit dem Prätoriumauf dem Kann von Kinprunes) weit bedenklicher, wenn es galt,eine Sage als ächte, giltige Münze anzunehmen. Sir Arthurhätte sich eines Majestätsverbrechens schuldig zu machen ge-glaubt, wenn er an der Existenz eines einzigen von den hundertund vier schottischen Königen gezweifeit hätte, die auf der vonBoethius überlieferten furchtbaren Liste stehn, welche Bucha-nan klastisch machte, und auf die Jacob VI. seinen Anspruchauf das alte Reich gründete; deren Bildnisse auch noch jetztgrimmig von den Wänden der Gallerie in Holyrood herab-schauen. Oldbnck aber, ein klnger und mißtrauischer Mann,der das göttliche Erbrecht nicht achtete, konnte über diese ge-heiligte Liste spotten und behaupten, daß die ganze Nachkom-menschaft des Fergus in den Blättern der schottischen Ge-schichte eben so eitel und grundlos sei, wie der schimmerndeAufzug der Nachkommen Banqno's in der Höhle der Hekate.

Ein andrer zarter Punkt war der gute Ruf der Königin Ma-ria, welchen der Ritter eifrig vertheidigte, während ihn derEsqnire bestritt, trotz der Schönheit und des Unglücks Mariens.Wenn sich zum Unglück ihr Gespräch auf noch neuere Zeitenwandte, so bot sich Stoff zur Uneinigkeit auf fast allen Blättern