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der erfahrene Reisende in der Postkutsche von weitem erkennenkann, wer der Genosse seiner ferner» Reise sein wird, sobalddieser dem Sammelplätze zueilt. Dann geschieht cs, daß, nachweltlicher Weisheit, der zuerst Kommende sich beeilt, den be-sten Platz in der Kutsche für sich selbst zu sichern, und für seinGepäck die passendste Anordnung zu treffen, ehe seine Neben-buhler ankommen. Unser junger Mann, der überhaupt we-nig Klugheit besaß, und durch die Abwesenheit der Kutscheverhindert war, das Vorrecht der Wahl geltend zu machen,unterhielt sich statt dessen damit, daß er die Beschäftigungund den Stand des Mannes zu bestimmen suchte, welcherjetzt herbeikam.
Er war ein stattlicher Sechziger, vielleicht noch älter, aberseine frische Gesichtsfarbe und sein fester Schritt zeigte an,daß die Jahre seine Kraft und Gesundheit nicht geschwächthatten. Sein Aeußcres war von acht schottischer Art, —stark markirte und etwas harte Züge, ein schlaues und durch-dringendes Auge und eine Miene, deren natürlicher Ernstdurch einen Anstrich spöttischen Humors belebt ward. SeineKleidung war einfach und von einer Farbe, die zu seinemAlter und seinem Ernst paßte; eine Perücke, wohl frisirt undgepudert, von einem niedergekrämpten Hute bedeckt, hatte einetwas steifes und förmliches Ansehn. Er konnte ein Geist-licher sein; doch hatte sein Acußeres mehr von dem Weseneines Weltmannes, als man gewöhnlich bei schottischen Geist-lichen findet, und sein erster Ausruf widerlegte ohnehin jeneVermuthung zur Gnüge.
Mit eiligem Schritt kam er heran, warf einen unruhi-gen Blick auf das Zifferblatt am Kirchthurm, sah sodann nachder Stelle, wo die Kutsche sein sollte, und rief: „der Teufel— da bin ich doch zu spät gekommen!"