Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
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Steh auf und laß mich los," sagte Leiccster,oder beimHimmel, ich durchbohre Dich mit meinem Schwert! Wa-rum hältst Du meinen Arm zurück?"

Ach," rief der Knabe,meine Thorheit hat die Veran-lassung zu Eurem blutigen Kampfe und vielleicht zu noch schlim-meren Handlungen gegeben. O, wenn Ihr Euch je eines un-schuldigen GcmütheS erfreuen wollt, wenn Ihr hofft, je ohneReue und Gewissensbisse zu schlafen, nehmt Euch so viel Zeit,diesen Brief zu lesen, und thut dann, was Ihr wollt."

Während er auf so lebhafte Weise sprach, trugen seineZüge einen koboldähnlichen Ausdruck an sich und er hielt einenBrief zu Leiccster empor, der mit einer lichtbraunen Haarlockezusammengebunden war. Von Wuth ergriffen, seine Racheauf so seltsame Weise vereitelt zu sehen, konnte der Grafvon Leiccster dem Knaben nicht widerstehen, sondern riß ihm denBrief aus der Hand veränderte die Farbe, als er dieUeber-schrift ansah, öffnete mit bebender Hand den Knoten, der ihnzusammcnhielt überblickte den Inhalt, bebte zurück undwürde hingefallen sein, hätte er sich nicht an den Stamm einesBaumes gelehnt, wo er einen Augenblick stehen blieb, seineAugen auf den Brief gerichtet, ohne sich der Gegenwart seinesFeindes bewußt zu sein, dem er so wenig Gnade erwiesen,und der diesen Umstand zu seinem Vcriheil hätte benutzenkönnen. Aber zur Rache war Tressilian zu edel auch erstand erstaunt still, und erwartete den Ausgang dieser leiden-schaftlichen Handlung, hielt aber sein Schwert in Bereitschaft,um sich im Fall der Not- gegen einen neuen plötzlichen'Angriffvertheidigen zu können. In dem Knaben erkannte er sogleichseinen alten Bekannten Dickie, dessen Gesicht, einmal gesehen,schwerlich zu verkennen war. Wie derselbe aber in dem ent-scheidenden Augenblicke gekommen sei, und besonders wie er eine