gleicher Geschicklichkeit und gleichem Glück, bis Tressilian sichbei einem verzweifelten Ausfall, den Leicester glücklich parirte,eine Blöße gab. Bei dem Bemühen sich zu decken, schlug derGraf ihm sein Schwert aus der Hand, und streckte ihn zuBoden. Mit grimmigem Lächeln hielt er die Spitze seinesSchwertes nur zwei Zoll von der Kehle seines gefallenenGegners entfernt, setzte ihm zu gleicher Zeit den Fuß auf dieBrust, befahl ihm sein ihm angethaneS Unrecht zu bekennen,und sich auf den Tod vorzubereiten.
„Ich habe kein Unrecht und kein Vergehen gegen Dich zubekennen," antwortete Tressilian, „und bin besser auf den Todvorbereitet, als Du. Wende Deinen Vortheil an, wie Duwillst, und möge Gott Dir verzeihen. Ich habe Dir keinenAnlaß dazu gegeben."
„Keinen Anlaß!" rief der Graf — „aber warum soll ichmit einem solchen Schurken noch weiter reden? — Stirb alsLügner, wie Du gelebt hast!"
Er hatte seinen Arm-erhoben, um den Todesstoß auszu-führen, als er plötzlich von hinten ergriffen wurde-
Der Graf wendete sich zornig um, das unerwartete Hin-derniß von sich abzuschütteln; doch wie erstaunte er, als ereinen seltsam aussehenden Knaben erblickte, der seinen Armso fest ergriffen hatte, daß er ihn nur mit großer Anstren-gung los machen konnte, während welcher Zeit TressilianGelegenheit hatte, aufzustehen und seine Waffe wieder zu er-greifen. Leicester wendete sich wieder mit großer Wuth zuihm, und der Kampf würde mit noch größerer Erbitterungvon beiden Seiten fortgesetzt worden sein, hätte nicht derKnabe Lord LeicesterS Knie umfaßt, und ihn in durchdringen-dem Tone gebeten, ihn einen Augenblick anzuhörcn, ehe erden Kampf fortsetze.