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die sie gebrochen hat. Königreiche sollen uns trennen, — Meerezwischen uns rauschen, und in ihren Wogen, die ganze Flottenverschlungen haben, soll allein dieses tödtliche Geheimniß auf-bewahrt werden."
Durch solche Gedanken suchte Leicester sein Gewissen mitden Racheplänen zu versöhnen, die er in seine ganze Hand-lungsweise eingewebt hatte, so daß er fast nicht im Standewar, sie aufzugeben, bis ihm endlich seine Rache als Gerech-tigkeit und selbst als edle Mäßigung erschien.
Während der Graf beim Hellen Mondscheine auf dem freienPlatze vor dem Garten auf und abging, ohne jedoch Etwaszu sehen, was einer menschlichen Gestalt glich, sagte er weiterzu sich selbst:
«Mein Edelmuth hat mir einen Possen gespielt, daß ichdiesen Schurken habe entfliehen lassen. Vielleicht ist er gegangen,die Ehebrecherin zu befreien, die nur von so Wenigen beglei-tet ist.«
Doch plötzlich sah er eine menschliche Gestalt unter demBogengänge Hervorkommen, und auf ihn zugchen.
„Soll ich zustoßen, ehe ich diese verhaßte Stimme höre?"dachte Leicester, indem er nach seinem Schwerte griff. «Abernein! ich will sehen, wohin sich diese schändliche Jntrigue wen-det. Ich will die Wendungen der eckelhaften Schlange beob-achten, ehe ich meine Kraft anwende, sie zu zerdrücken."
Er ließ sein Schwert wieder los, und ging langsam aufTressilian zu, indem er sich so viel als möglich zu fassen be-müht war, bis sic einander gegenüber standen.
Tressilian machte eine tiefe Verbeugung, welche der Grafmit hochmüthigem Kopfnicken und den Worten erwiderte:„Ihr suchtet eine geheime Unterredung mit mir, mein Herr,— hier bin ich, um Euch anzuhören."