143
fürchtete, obgleich er nicht wußte, was es war, — „und Die,welche mir bekannt sind, müssen eine passendere Zeit zur Un-terredung wählen."
Er wollte fvrteilen, doch die Maske hielt ihn zurück.
„Die, welche mit Ew. Herrlichkeit von Etwas reden,wobei Eure Ehre betheiligt ist, haben ein Recht auf EureZeit, welche andere Beschäftigung Ihr auch darüber versäu-men mögt."
„Wie! meine Ehre? wer wagt sie anzutasten?" fragteLeicester.
„Eure eigene Handlungsweise allein kann Veranlassungdazu geben, Mylord, und das ist der Gegenstand, worüberich mit Euch reden wollte."
„Ihr seid unverschämt," sagte Leicester, „und mißbrauchtdie gegenwärtige Gastfreiheit, die mich verhindert, Euch zubestrafen. Sagt mir Euern Namen."
„Edmund Tressilian aus Cornwall," antwortete die Maske;„meine Zunge ist durch ein Versprechen auf vierundzwanzigStunden gebunden gewesen, — der Zeitraum ist vorüber, —ich rede fetzt, und thue Ew- Herrlichkeit die Gerechtigkeit an,mich zuerst an Euch zu wenden."
Leicester stutzte, als er die Stimme des Mannes vernahm,den er am meisten haßte, und kaum hatte er Selbstbeherrschunggenug, ihm nicht den Dolch in's Herz zu stoßen. Um aberkeiner Rache desto gewisser zu sein, mäßigte er sich, und ant-wortete in einem Tone, der wegen der Anstrengung, seineLeidenschaft zu bändigen, kaum hörbar war: „Und waswünscht Herr Edmund Tressilian von mir?"
„Gerechtigkeit, Mylord," antwortete Tressilian ruhig,aber fest.
„Gerechtigkeit?" sagte Leicester, „daran haben alle Men-