Dreizehntes Kapitel.
Wie kommt es, daß mich jeder Ton erschreckt?
Macbeth.
„Ich bitte um eine kurze Unterredung mit Euch." DieseWorte waren an sich einfach, doch Lord Leicester befand sichin so fieberhaftem Zustande, daß die gewöhnlichsten Ereignisseihm von beunruhigender Wichtigkeit zu sein schienen, und erdrehte sich hastig um, die Person zu betrachten, welche gespro-chen hatte. Es war nichts Merkwürdiges in dem Aeußerndes Redenden zu sehen; er trug ein schwarzseidenes Wams,einen kurzen Mantel und eine schwarze Maske vor dem Gesicht;denn es schien, als wäre er mit unter dem Maskenzuge ge-wesen, obgleich er keine bcmerkcnSwertbe Verkleidung trug.
„Wer seid Zhr, und was wollt Ihr von mir?" fragteLeicester, nicht ohne seinen verwirrten GemüthSzustand zu ver-rathen.
„Nichts Böses, Mylord," antwortete die Maske, „sondernviel Gutes und Ehrenvolles, wenn Ihr meine Absicht richtigversteht; doch ich muß allein mit Euch reden "
„Ich kann mit keinem namenlosen Fremden reden," ant-wortete Leisester, der bei dem Gesuche des Fremden Etwas be-