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den lebhaften Streit der Eroberung ohne Widerstand vorziehen,und gleich rüstigen Kämpfern die Weiber am meisten lieben,welche ihnen im Streite die Spitze biete» können. — Wasmeint Ihr, Rutland, wenn der Graf von Leicester ein solchesStück bemaltes Wachs zur Gemahlin hätte, würde er ste nichtschon am Ende der Flitterwochen todt wünschen?"
Während sie dies sagte, blickte sie Leicester so ausdrucks-voll an, daß, während sein Herz sich gegen die Lüge empörte,er sich so viel Gewalt anthat, um leise zu antworten, daßLei-cesters Liebe demüthiger sei, als Ihre Majestät glaube, da die-selbe auf einen Gegenstand gerichtet sei, dem er nimmer würdegebieten können, sondern immer würde gehorchen müssen.
Die Königin erröthcte, und befahl ihm zu schweigen, sahaber aus, als erwarte sie, daß er ihren Befehlen nicht gehor-chen werde- In dem Augenblicke aber kündeten die Trompe-ten und Pauken auf dem Balkon den Eintritt der Schauspie-ler an, welche Leicester aus dem schrecklichen Zustande desZwanges und der Verstellung befreiten, in den er durch seineeigene Schuld gerathen war.
Die Schauspieler bestanden aus vier verschiedenen Abthei-lungcn, die einander in kurzen Zwischenräumen folgte». JedeAbtheilung bestand aus sechs Personen und eben so vielenFackelträgern, und stellten die verschiedenen Nationen dar,welche England zu verschiedenen Zeiten in Besitz genommen.
Leicester befand sich am Schlüsse der Vorstellung am un-teren Ende der Halle, und hatte sich auf diese Weise unterdie Zuschauer gemischt, als ihn plötzlich Jemand am Mantelzupfte, und ihm in'ö Ohr flüsterte: „Ich bitte um eine kurzeUnterredung mit Euch."