Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
138
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jetzt bin ich ruhig. Fürchte nichts, sage ich ich will augen-blicklich zur Königin, selbst Deine Blicke und Deine Sprachesollen nicht undurchdringlicher sein, als die weinigen. HastDu noch sonst Etwas zu sagen?"

Ich muß Euch um Euern Siegelring bitten," sagte Var-nep ernsthaft,um denjenigen von Euren Dienern, die ich an-wenden muß, zum Zeichen zu dienen, daß ich Eure Vollmachthabe zu Allem, was ich thue."

Leicester zog den Siegelring ab, den er gewöhnlich zugebrauchen pflegte, übergab ihn Varnep und sprach leise, abermit schrecklicher Betonung die Worte aus:Was Du thust,thue schnell!"

Einige Verwunderung und Besorgniß fand inzwischen imAudienzsaale wegen der langen Abwesenheit des Schloßherrnstatt, und groß war das Entzücken seiner Freunde, als sie ihneintreten sahen, wie Einen, von dessen Brust so eben eine großeLast der Sorge entfernt ist- Leicester hielt das Versprechen,welches er Varney gegeben, da er sich nicht mehr in die Noth-wendigkeit versetzt sah, einen von dem seinigen so verschiedenenCharakter zur Schau zu tragen, wie er in der ersten Hälftedes Tages gethan, und ging nach und nach wieder zu derRolle des ernsten, verschlagenen und witzigen Beobachtersüber, die er gewöhnlich in der Gesellschaft spielte.

Leicester war zu klug, um seine Rolle schnell zu wechseln.Als er wieder zurückkchrte, schien sich seine Stimme in Schwer-muth verwandelt zu haben, die einen Anflug von Zärtlichkeitan sich hatte, und die im Verlaufe der Unterhaltung mitElisabeth, während sie ihm eine Gunstbezeigung nach der an-dern zu Thcil werden ließ, um ihn zu trösten, in einen Stromvon galanten Worten überging, die so zart und einschmeichelndwaren, und zu gleicher Zeit so respektvoll, wie nur je eine