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„Seid wieder Ihr selber, edler Herr," sagte Varney, in-dem er des Grafen Hand mit seinen Lippen berührte. „SeidIhr denn der Erste, der Unglück in der Liebe hat? denkt, siesei niemals dagewesen, — laßt sie aus Eurem Gebächtniß ent-schwinden, worin sie auf so unwürdige Weise einen Platz ein-genommen hat. Führt Euren festen Entschluß von diesemMorgen aus, ich habe Muth und Eifer genug, ihn zu voll-bringen. Sie hat den Tod verdient, — laßt sie sterben."
Als Varney schwieg, hielt der Graf noch seine Hand fest,und sagte dann in gebrochenem Tone: „So sei es — sie stirbt!Doch eine Thräne wird mir noch erlaubt sein."
„Nein, Mylord," fiel Varney ein, der an dem bebendenAuge seines Herrn'sah, daß ein neuer leidenschaftlicher Aus-bruch bevorstehe, — nein, keine Thräne, — die Zeit gestattetes nicht, — Ihr müßt an Trefsilian denken!"
„Das ist in der That ein Name, der T-ränen in Blutverwandeln kann," sagte der Graf. „Varney, ich habe dar-über nachgedacht, und bin entschlossen, — Trefsilian soll meinSchlachtopser sein."
„Es ist Wahnsinn, Mylord; doch Ihr seid mir zu mäch-tig, um Euren Weg zur Rache zu hemmen. Wählt aber vor-her Zeit und Gelegenheit, und schiebt sie auf, bis Ihr diesegefunden."
„Du magst mir gebieten, was Du willst," sagte Leicester,„nur tritt mir hier nicht in den Weg."
„Dann bitte ich Euch zuerst, dieses wilde, verdächtige undhalb wahnsinnige Benehmen abzulegen, welches heute die Augendes ganzen Hofes aus Euch gezogen hat."
„Bin ich in der That so nachlässig gewesen?" sagte Lei-cester, wie Einer, der aus einem Traume erwacht; „ich glaubte,ich hätte mir genug Gewalt angethan; doch fürchte nichts,