Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
136
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zu beherrschen.Mylord," sagte er, indem er ihn zu einemSpiegel führte,seht Euer Bild dort, und beurtheilt, obdiese aufgeregten Züge einem Manne angehören, der selberfähig ist, einen Entschluß zu fassen."

*Und soll ich denn Dein Mündel, Dein Vasall werden?"sagte Leicester, betroffen über die Veränderung seiner GesichtSzüge.

Nein, Mylord," sagte Varney mit Festigkeit,sondernder Herr Eurer selbst und Eurer eigenen Leidenschaft. Mylord,ich schäme mich, Euch so von der Leidenschaft überwältigt zusehen. Geht zu Elisabeth, bekennt Eure Hcirath klagt EuerWeib und ihren Buhlen des Ehebruchs an, bekennt vorallen Euren Pairs, daß Ihr der Thor wäret, der ein Land-mädchen heirathete, und sich dann von ihr und ihrem gelehrtenLiebhaber übertölpeln ließ- Geht, Mylord aber vorhernehmt von Richard Varney Abschied. Er diente dem edlen,dem hochgesinnten Leicester, und war stolzer, von ihm ab-hängig zu sein, als hätte er Tausenden gebieten können. Dochder erniedrigte Lord, der sich bei jedem Mißgeschick beugt,dessen Entschlüsse wie Spreu von jedem Winde der Leiden-schaft zerstreut werden, dem dient Richard Varney nicht. Erist ihm ebensosehr an Standhaftigkeit überlegen, als er anRang und Vermögen unter ihm steht."

Varney sprach dieß ohne Heuchelei, denn obgleich dieFestigkeit, deren er sich rühmte, Halsstarrigkeit war, so fühlteer doch seine Ueberlegenheit, während das Interesse, welcheser wirklich an Leicesters Schicksal nahm, seiner Stimme undseinem Wesen ungewöhnlichen Ausdruck verlieh.

Dem unglücklichen Grafen schien es, als wolle sein letzterFreund ihn verlassen. Er streckte Varney seine Hand hin undsagte:Verlaß mich nicht, was willst Du, daß ich thunsoll?"