134
seiner Unterredung zerstöre- Als dieser für die weibliche Eitel-keit so schmeichelhafte Gedanke sich einmal ihrer bemächtigthatte, diente derselbe zu einer genügenden Entschuldigung fürdie zahlreichen Fehler und Versehen des Grafen von Leiccstcr,und der aufmerksame Kreis umher bemerkte mit Erstaunen,daß, anstatt seine wiederholte Nachlässigkeit zu rügen, die Kö-nigin ihm Zeit und Mittel zu gewähren suchte, sich zu sammeln,und zwar mit einer Nachsicht, die mit ihrem gewöhnlichenCharakter durchaus nicht übereinstimmte. Es war indeß klar,daß dieß nicht lange währen könne, und daß Elisabeth Leice-sters unhöfliches Benehmen endlich strenger beurtheilen werde,als der Gras von Varncy aufgefordert wurde, ihm in einanderes Zimmer zu folgen, weil er ihm etwas Wichtiges mit-zutheilen habe-
Als er ihm dies zwei Mal gesagt hatte, stand er endlichauf und war im Begriff sich gleichsam instinktmäßig zu ent-fernen, — stand dann still, wendete sich um, und bat dieKönigin um Erlaubniß, sich in einer wichtigen Angelegenheitauf eine kurze Zeit entfernen zu dürfen.
„Geht, Mylord," sagte die Königin; „Wir glauben wohl,daß Unsere Gegenwart plötzliche und unerwartete Ereignisseherbeiführt; doch hoffen Wir Euch mit faltenloser Stirn wie-derzusehen."
Leiccstcr verbeugte sich und ging. An der Thür begegneteihm Varncy, der ihn lebhaft auf die Seite zog, und ihm inSOhr flüsterte: „Alles ist gut!"
„Hat Masters sie besucht?" sagte der Graf.
„Za, Mylord; und da sie weder seine Fragen beantwortete,noch einen Grund für ihre Weigerung angeben wollte, sowill er das Zeugniß ausstellen, daß sie an Verstandeszerrüttungleide, und daß es das Beste sein werde, sie der Obhut ihrer