dieser Emma Robsart Eure Hand reichtet. — Dann habt Ihrmir und Eurer Ehre Gerechtigkeit angethan, Mylord, undsollte das Gesetz oder die Macht fordern, Euch von mir zutrennen, so will ich nichts dagegen haben, weil ich dann mitEhre ein gekränktes und gebrochenes Herz in jenen Schattenbergen kann, aus dem Eure Liebe mich hervorzog."
Es lag so viel Würde, so viel Zärtlichkeit in den Vor-stellungen der Gräfin, daß Alles, was edel und großmüthigin der Seele ihes Gatten war, dadurch angeregt wurde. WieSchuppen fiel es ihm von den Augen, und die schwankendeHandlungsweise, deren er sich schuldig gemacht, erfüllte ihnmit Reue und Scham.
„Ich bin Deiner nicht werth, Emma," sagte er; „waskann der Ehrgeiz mir, anstatt eines solchen Herzens, wie dasDeinige, bieten? Ich habe eine schwere Aufgabe vor mir, michvor höhnenden Feinden aus allen Maschen meiner trüglichenPolitik loszumachen. — Und die Königin, — doch möge siemeinen Kopf nehmen, wie sie mir gedroht hat".
„Euren Kopf, Mylord?" sagte die Gräfin, „weil Ihr dieFreiheit jedes englischen Unterthanen angewendet habt, Euchselber ein Weib zu wählen? Pfui, ist es dieses Mißtrauenauf die Gerechtigkeit der Königin, diese Furcht vor der Ge-fahr, die nicht anders als eingebildet sein kann, die Euch, gleicheiner Vogelscheuche, bewogen hat, den geraden Weg zu verlas-sen, der, sowie er der beste, auch zugleich der sicherste ist?"
„Ach, Emma, Du weißt nicht!" sagte Dudley, hielt abersogleich inne, und setzte hinzu: „Doch sie soll in mir keinleichtes Schlachtopfer ihrer willkürlichen Rache finden. — Ichhabe Freunde, — ich habe Verbündete, — ich will mich nichtwie Norfolk, wie ein Schlachtopfer zum Block schleppen lassen-