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dergeschlagenheit und Demuth seine Augen auf den Bodenrichtete.
Da zeigte die Gräfin Emma bei all' ihrem Kummer undihrer mißlichen Lage die natürliche Energie ihres Charakters,die sie, hätte das Schicksal es ihr gestattet, zu einer ausge-zeichneten Zierde des Ranges, den fie einnahm, würde gemachthaben. Sie ging mit festem Schritte, mit würdevoller Mieneund mit Blicken auf Lciccster zu, worin mächtige Zärtlichkeitvergebens die Festigkeit der bewußten Wahrheit und der rich-tigen Grundsätze zu erschüttern versuchte. „Ihr habt EurenWillen hinsichtlich dieser Schwierigkeiten ausgesprochen, My-lord," sagte sie, „womit ich unglücklicherweise nicht überein-stimmen kann. Dieser Herr — dieser Mensch, wollte ich sagen— hat einen andern Plan angegeben, wogegen ich nichts wei-ter einzuwenden habe, als daß er Euch mißfällt. Wollen EuerHerrlichkeit geneigt sein anzuhören, was ein junges undschüchternes Weib, aber zugleich Eure zärtliche Gattin, in dergegenwärtigen Verlegenheit vorzuschlagen hat?"
Leicester schwieg, neigte aber seinen Kopf zu der Gräfinhin, als Zeichen, daß sie die Freiheit habe fortzufahren.
„Es ist nur eine Veranlassung zu allem diesem Nebel,"fuhr sie fort, „nämlich die geheimnißvolle Doppelsinnigkeit,womit Ihr Euch zu umgeben genöthigt gewesen. Macht Euchauf ein Mal von der Tyrannei dieser entehrenden Netze los.Handelt gleich einem wahren englischen Cavalier, Ritter undGrafen, welcher die Wahrheit für die Grundlage der Ehrehält, und dem die Ehre so theuer ist, wie der Athem seinesMundes. Nehmt Euer unglückliches Weib an die Hand, führtsie vor Elisabeths Thron, — sagt, daß Ihr in einem Augen-blick der Bethörung, durch vermeintliche Schönheit gereizt,wovon vielleicht jetzt Niemand mehr die Spuren auffinden kann,