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seinen Mantel fallen ließ, und mehr mit gebieterischer, alszärtlicher Stimme sagte: »Mit mir, Madame, nicht mit SirRichard Varney habt Ihr zu verhandeln." '
Wie aus einen Zauberschlag veränderte sich das Gesichtund das Benehmen der Gräfin. „Dudle-!" rief sie „Dudley!bist Du endlich gekommen?" Und mit Blitzesschnelle eilte sieauf ihren Gatten zu, umschlang seinen Hals und überhäufteihn mit Liebkosungen, ohne auf Varney's Gegenwart zu ach-ten, während sie sein Gesicht mit einem Thränenstrvme be-netzte, und zu gleicher Zeit die zärtlichsten Ausdrücke murmelte,welche die Liebe ihre Anhänger lehrt.
Leicester glaubte Grund zu haben, auf seine Gattin zuzürnen, weil sie seine Befehle überschritten und ihn in die ge-fährliche Lage gebracht hatte, worin er sich diesen Morgenbefunden Doch wie konnte das Mißfallen bei diesen Bewei-sen der Zärtlichkeit Stand halten, die ihm von einem, selbstbei der Nachlässigkeit ihrer Kleidung, und den ungünstigenWirkungen der Furcht und des Kummers so liebenswürdigenWesen zu Theil wurden?
Er empfing und erwiderte ihre Liebkosungen mit Zärtlich-keit, die mit Schwermut- gemischt war; doch schien sie dieletztere kaum zu bemerken, bis das erste Entzücken ihrerFreude vorüber war, als sie,ihm ängstlich in's Gesicht sahund fragte, ob er krank sei?
„Körperlich nicht, Emma," war seine Antwort.
„Dann werde auch ich wieder wohl sein. — O, Dudley!ich bin krank gewesen, seit wir uns zuletzt gesehen! — Dennich nenne die schreckliche Begegnung an diesem Morgen keinWiedersehen. Ich bin in Krankheit, Kummer und Gefahr ge-wesen. — Aber Du bist da, und Alles ist wieder Freude, Ge-sundheit und Sicherheit."