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8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
104
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neuen Antriebe bewegt; was hat dieser falsche Ritter Dirgethan?"

Unendliches Leid und die ärgste Beleidigung hat er mirangethan, er hat Zwietracht auSgesäet, wo doch vor AllemFriede sein sollte. Ich werde wahnsinnig, wenn ich ihn nochlänger ansehe."

Ei, ich glaube, Du bist schon auf gutem Wege dazu,"antwortete die Königin.Mylord Hunsdon, seht nach die-sem armen, unglücklichen, irren Frauenzimmer, laßt sie sicherund anständig unterbringen, bis Wir sie wieder vor Uns rufen."

Zwei oder drei Hofdamen, entweder durch ein so interes-santes Wesen zum Mitleid bewogen, oder aus irgend einemandern Beweggründe, boten ihre Dienste an, sie zu beaufsichti-gen; doch die Königin antwortete kurz:Meine Damen, dasgeschieht nicht. Ihr habt, Gott sei Dank, Alle scharfe Ohr-ren und rasche Zungen, unser Vetter Hunsdon hat sehrtaube Ohren, und eine rauhe, dabei aber sehr langsame Zunge. Hunsdon, seht darauf, daß Niemand mit ihr redet "

Bei der heiligen Jungfrau!" sagte Hunsdon, indem erEmma's fast ohnmächtige Gestalt in seine kräftigen Armenahm,sie ist ein liebenswürdiges Kind, und obgleich IhreMajestät ihr eine rauhe Wärterin gegeben haben, so ist esdoch eine theilnehmende. Sie ist so sicher bei mir, wie einevon meinen eigenen Töchtern."

Mit diesen Worten trug er sie ohne Widerstand und fastbewußtlos fort. Sein graues Haar und sein langer Bartvermischten sich mit ihren lichtbraunen Locken, als ihr Kopfan seiner starken Schulter ruhte. Die Königin folgte ihmmit den Augen, sie hatte bereits, vermöge ihrer Selbstbe-herrschung, die einen so nöthigen Theil der Eigenschaften einesHerrschers bildet, jede Spur ihrer Aufregung verwischt, und