Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
96
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Schärfe auf diesen interessanten Gegenstand, daß das Erstau-nen, weiches Emma gefesselt batte, nach und nach in Schreckenüberging, und sie ihre Augen und ihren Kopf bei dem gebie-tenden Blicke ihrer Herrscherin sinken ließ. Mit Ausnahmedieser langsamen und tiefen Beugung des Kopfes blieb sienoch immer stumm und bewegungslos.

Aus ihrer Kleidung und dem Kästchen, welches sie instinkt-mäßig in der Hand hielt, kam Elisabeth natürlich zu derVermuthung, daß die schöne, aber stumme Gestalt, welche sievor sich sah, eine Nolle in den Vorstellungen spiele, die anverschiedenen Orten aufgcführt wurden, um sie zu überraschen,und daß die arme Schauspielerin, vor Schrecken durch ihreGegenwart erfüllt, entweder die ihr zugetheilte Rolle verges-sen habe, oder nicht Muth genug besitze, dieselbe zu beginnen.Es war natürlich und der Höflichkeit angemessen, sie etwaszu ermuthigen, und Elisabeth sagte daher im Tone herab-lassender Freundlichkeit; »Nun, schöne Nymphe dieser liebli-chen Grotte, bist Du bezaubert und stumm geworden durch dieKünste des argen Zauberers, den die Menschen Furcht nennen? Wir sind seine geschworene Feindin, Mädchen, und könnenseinen Zauber aufheben. Rede, Wir befehlen es Dir "

Anstatt mit ihrer Rede zu antworten, warf sich die un-glückliche Gräfin vor der Königin auf ein Knie nieder, ließ,ihr Kästchen aus der Hand fallen, schlug die Hände zusam-men, und blickte der Königin mit solchem Ausdrucke derFurcht und der Bitte in's Gesicht, daß Elisabeth dadurch sehrgerührt wurde.

Was soll dies bedeuten?" fragte sie;dies ist eine stär-kere Leidenschaft, als für diese Gelegenheit paßt. Steh aufMädchen, was willst Du von Uns?"