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8 (1851) Kenilworth
Entstehung
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cinnahm. Elisabeth dachte an die Geschichte des Numa undder Egeria, und zweifelte nicht, daß ein italienischer Bildhauerihr die Nymphe vorgestellt habe, die den Römern Gesetze gabAuch als sie näher trat, war sie noch zweifelhaft, ob sie eineStatue, oder ein Wesen von Fleisch und Blut vor sich sehe.Die unglückliche Emma blieb bewegungslos stehen, unentschlos-sen schwankend zwischen dem Wunsche, ihre Lage einem Wesenihres Geschlechtes kund zu thun, und der Furcht vor der statt-lichen Gestalt, die sich ihr näherte, und die sie, obgleich ihreAugen sie nie vorher gesehen, sogleich für die Person hielt,welche sie wirklich war. Emma war in der Absicht von ihremSitze aufgcstanden, die Dame anzurcden, welche allein, undwie sie anfangs glaubte, zu so günstiger Zeit in die Grotte trat.Doch als sie sich erinnerte, wie besorgt Lcicester gewesen, daßdie Königin nichts von ihrer Verbindung erfahren möge, undsich mehr und mehr überzeugte, daß die Person, die sie jetztvor sich sah, Elisabeth selber sei, stand sie mit vorgestrecktcmFuße da, während ihre Arme, ihr Kopf und ihre Hände voll-kommen bewegungslos waren, und ihre Wange so blaß aus-sah, wie die Alabastersäule, an die sie sich lehnte. Ihre Klei-dung war von seegrüner Seide, und bei dem undeutlichen Lichte,und vermöge des Faltenwurfes, einer griechischen Nymphe ähn-lich, so daß der Zweifel der Königin, ob sie wirklich ein leben-des Wesen sei, durch alle damit in Verbindung stehende Um-stände gerechtfertigt wurde, sowie auch durch ihre todtcnblaffeWange und ihr starres Auge.

Elisabeth blieb noch im Zweifel, selbst als sie sich ihr schonauf wenige Schritte genähert hatte, ob sie nicht eine schöngearbeitete Statue vor sich habe, die sich bei dem ungewissenLichte nicht von der Wirklichkeit unterscheiden lasse. Sicstand daher still, und richtete ihren fürstlichen Blick mit solcher