„Das Anschnallen der Sporen und was sonst noch übrigist," sagte die Königin, „kann morgen in der Kapelle gesche-hen, denn es soll noch einem Andern dieselbe Ehre zu Theilwerden. Und da Wir bei dieser 'Auszeichnung nicht parteiischsein dürfen, so wollen Wir darüber mit Unserem Vetter Süs-ser verhandeln."
Dieser Graf, welcher seit seiner Ankunst in Kenilworth,ja schon seit dem Beginn der Reise gegen Leicester in Nach-theil gewesen war, trug jetzt eine düstere Wolke auf seinerStirn — ein Umstand, welcher der Königin nicht entgangenwar, die ihn zu besänftigen hoffte, und ihr System der Po-litik durch eine besondere Gunstbezeigung im Gleichgewichtezu halten wünschte.
Auf den Wink der Königin näherte sich ihr Suffer hastig,und als sie ihn fragte, welchem seiner Begleiter er vorzüglichdie Ehre der Ritterschaft wünsche, antwortete er mit mehrAufrichtigkeit, als Klugheit: Er würde gewagt haben, fürTressilian zu sprechen, dem er, wie er überzeugt sei, sein Le-ben verdanke, und welcher sich als Soldat und Gelehrter,so wie durch berühmte Vorfahren auSzeichnc, nur fürchte er,daß der Vorfall jenes Abends —"
„Es ist mir lieb, daß Ew. Herrlichkeit so bedenklich sind,"sagte Elisabeth; „denn der Vorfall dieses Abends würde Unsin den Augen Unserer Unterthanen ebenso wahnsinnig darstellen,wie diesen geisteskranken Herrn selber, wollten Wir diesen Au-genblick wählen, um ihm eine Gnade zu Theil werden zu lassen."
„In diesem Falle," sagte der Graf von Suffer mit einigerVerwirrung, „werden mir Ihre Majestät erlauben, meinenStallmeister, Herrn Nikolaus Blount vorzuschlagen, einenCavalier, der ein schönes Gut und einen alten Namen besitzt,