Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
54
Einzelbild herunterladen
 

54

die sich bereits umgezogen, die E-re haben würden, Ihr imAudienzzimmer aufzuwarten.

So sei es, Mylord," antwortete die Königin;Ihrkönntet sehr gut ein Theater einrichten, da Ihr die Rollen dop-pelt besetzen könnt. Wir selber werden diesen Abend EureHöflichkeiten nur auf bäuerische Weise empfangen können, daes nicht Unsere Absicht ist, Unfern Anzug zu verändern, undWir in der That etwas ermüdet find von der Reise, die beidem Zudrange Unseres guten Volkes etwas langsam vor sichgegangen ist, obgleich die Liebe, welche sie Unserer Person ge-zeigt haben, dieselbe zu gleicher Zeit angenehm gemacht hat."

Nachdem Leicester diese Erlaubniß erhalten hatte, zog ersich zurück, und ihm folgten diejenigen Cavaliere, welche dieKönigin persönlich nach Kcnilworth begleitet hatten- Die Ca-valiere, welche ihnen vorangeritten waren, und sich demnachzu der Feierlichkeit angezogen hatten, blieben im Audienzsaal.Da aber die meisten von nicht hohem Range waren, so hieltensie sich in ehrerbietiger Entfernung von dem Throne, welchenElisabeth einnahm. Das scharfe Auge der Königin erkanntebald Raleigh unter ihnen, nebsk einigen Andern, die ihr per-sönlich bekannt waren, worauf sie ihnen gleich ein Zeichen gab,sich zu nähern, und sie sehr gnädig anredete. Besonders Ra-leigh wurde sehr huldreich empfangen, da sie sich des Abenteuersmit seinem Mantel und dem Verse erinnerte. An diesen wen-dete sie sich auch am häufigsten, um sich nach dem Namen undRang der gegenwärtigen Personen zu erkundigen- Diese theilteer ihr auf bestimmte Weise mit, und nicht ohne gut ge-launte Satyre, worüber sich Elisabeth sehr zu ergötzen schien.Und wer ist der bäurische Kerl dort?" sagte sie, indem sieTreffilian anblickte, dessen beschmutzte Kleidung seine schöneGestalt sehr unvortheilhast darstellte.