Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
53
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liche musikalische Töne hören ließen, und wohlriechende Fackelnein Helles Licht verbreiteten. Am obern Ende des glänzendenGemaches befand sich ein königlicher Thron, von einem präch-tigen Baldachin überschattet, und daneben war eine Thnre, diezu einer langen Zimmerreihe führte, mit der äußersten Prachtfür die Aufnahme der Königin und ihrer Damen ausge-schmückt.

Nachdem der Graf von Leicester die Königin zu dem Thronehingesührt und sie sich niedergesetzt hatte, kniete er vor ihrnieder und küßte ihre Hand, die sie ihm hinreichte, mit einerMiene, worin romantische und respektvolle Galanterie glück-lich mit demüthigem Gehorsam vereint war, und er dankteihr in Ausdrücken der innigsten Ergebenheit für die höchsteEhre, die eine Herrscherin einem Unterthan nur gewährenkönne- Als er vor ihr kniete, sah er so schön aus, daß Elisa-beth sich versucht fühlte, die Scene etwas mehr zu verlängern,als eigentlich nöthig war; und als sie ihn wieder aufrichtete,fuhr sie ihm so dicht mit der Hand über den Kopf, daß siebeinahe sein langes, lockiges und parfümirtes Haar berührte,mit einer Bewegung der Zärtlichkeit, welche anzudeuten schien,daß sie aus dieser Bewegung eine Liebkosung machen würde,wenn sie es nur wage.

Endlich erhob sie ihn, worauf er sich neben den Thronstellte, und ihr die verschiedenen Vorbereitungen erklärte, die erzu ihrer Unterhaltung und Bequemlichkeit gemacht, und welchesämmtlich ihre gnädige Billigung erhielten- Dann bat derGraf Ihre Majestät um Erlaubniß, daß er und die Cavaliere,die sie während der Reise begleitet hätten, sich aus einige Mi-nuten zurückziehen dürften, um eine andere Kleidung anzule-gcn, die besser für diese Gelegenheit paffe, während jene wür-digen Herren, wie Barney, Mount, Treffilian und Andere,