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8 (1851) Kenilworth
Entstehung
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Abends, redete RaleighTreffiliau an, und war nicht wenig er-staunt über seine unbestimmten und ungenügenden Antworten,die ihn zu der Vermuthung brachten, daß sein Freund aneiner Geistesabwesenheit leide.

Als die Königin die Brücke betreten hatte, bot sich ihrein neues Schauspiel dar. Sobald die Mustk das Zeichen gab,daß ste so weit vorgeschritten sei, trieb ein Floß, welches so ein-gerichtet war, daß cs einer schwimmenden Insel glich, lang-sam dem andern Ende der Brücke zu. Die Insel war voneiner großen Menge Fackeln erleuchtet, und von schwimmendenFiguren umgeben, welche Seepfcrde vorstellten, worauf Trito-nen, Nereiden und andere fabelhafte See- und Flußgottheitensaßen.

Auf der Insel befand sich ein schönes Frauenzimmer, ineinem lichtblauen seidenen Mantel, mit einem breiten Gürtelversehen. Ihre Füße und Arme waren bloß; ihre Handgelenkeund Knöchel mit goldenen Ringen von ungewöhnlicher Größegeziert. Auf ihrem langen schwarzen Haar trug sie eine Kroneund in der Hand einen Stab von Ebenholz mit Silber be-schlagen. Sie war von zwei Npmphen begleitet, welche die-selbe alterthümliche und mystische Kleidung trugen.

Das Ganze war so gut eingerichtet, daß diese Dame derschwimmenden Insel, nachdem sie ihre Reise mit malerischemEffect vollendet hatte, gerade mit Elisabeth zugleich am Mor-timerthurme ankam. Dann kündigte sich die Fremde in einerwohlgesetzten Rede als das berühmte Mädchen vom See an,die in den Sagen vom König Arthur vorkommt, die den be-rühmten Ritter Lancelot erzogen, und deren Schönheit selbstder Weisheit und der Zauberei Merlins zu mächtig gewesen.Seit jener frühen Zeit sei sie im Besitz ihres crystallenen Rei-ches gewesen, sagte sie, ungeachtet der verschiedenen ruhmvollen