Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
48
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ehrgeiziger Mann werde sich dadurch verrathen, daß er seineSchwäche deutlich an den Tag lege. Die männliche und weib-liche Begleitung der Königin war natürlich unter den Tapfer-sten und Schönsten ausgesucht, es waren da die vornehm-sten Adeligen und die weisesten Rathgeber jener ausgezeichnetenRegierung, deren Namen hier zu wiederholen den Leser nurermüden würde. Hinter der nächsten Umgebung der Königinfolgte eine große Schaar von Rittern und Edelleuten, derenRang und Geburt zwar ausgezeichnet war, die aber durch dieVorausgehenden in Schatten gestellt wurden.

So näherte sich der Zug dem Gallcriethurme. Jetzt warder riesenhafte Pförtner an der Reihe vorzutreten; doch warenseine Geisteskräfte durch den Inhalt eines großen Bierkruges,den er eben geleert hatte, um sein Gedächtniß zu stärken, so sehrin Verwirrung gerathen, daß er nur kläglich stöhnte und aufseiner steinernen Bank sitzen blieb. Die Königin würde ohne Grußvorübergeritten sein, hätte nicht der geheime Verbündete desriesenhaften Pförtners, Flittcrtigibbet, welcher hinter ihm ver-steckt lag, eine Nadel durch seine Kleider in sein Fleisch gebohrt.

Der Pförtner stieß ein Geheul aus, welches nicht übelzu seiner Rolle paßte, sprang mit seiner Keule auf, führteeinige kräftige Schläge nach jeder Seite hin, und fiel dann,wie ein von Sporen angetriebcncs Kutschpferd, plötzlich in seineAnrede hinein, während Dickte Sludge ihm sufflirte. DieRede, welche er mit riesenhafter Betonung vortrug, mag hierin der Abkürzung einen Platz finden. Die ersten Verse warenan die Volksmenge gerichtet, die sich dem Thore näherte, derSchluß an die Königin, bei deren Anblick der riesenhafte Wäch-ter, wie von einer himmlischen Erscheinung überrascht, seineKeule sinken ließ, und die Göttin der Nacht und ihren ganzenprachtvollen Zug einließ.