dankbare Bekümmcrniß eines Unterthanen, welcher sich derhohen Ehre bewußt war, welche die Königin ihm anthat, sowie den ganzen Stolz, der sich für einen so ruhmvollen Augen-blick ziemte- Obgleich weder das Auge, noch die Züge desGrafen etwas Anderes, als Gefühle verriethen, die für dieseGelegenheit geeignet waren, so bemerkten doch einige von dennächsten Dienern des Grafen, daß er ungewöhnlich blaß sei,und sprachen gegen einander die Besorgniß aus, daß er sichmehr anstrenge, als seiner Gesundheit zuträglich sei-
Varney folgte dicht hinter seinem Herrn, als der erste auf-wartende Stallmeister, und hatte das schwarze Sammetbaretseines Herrn in Verwahrung, welches mit einer Agraffe vonDiamanten und einer weißen Feder versehen war. Sein Augewar beständig auf seinen Herrn gerichtet; und aus Gründen,womit der Leser nicht unbekannt ist, war er unter Leicesterszahlreichen Dienern derjenige, der am meisten wünschte, daßdie Kraft und Entschlossenheit seines Herrn ihm an diesemTage nicht fehlen möchte; denn obgleich Varney keiner vonDenen war, — keiner von den wenigen moralischen Ungeheuern,welche versuchen, die Reue in Schlaf zu lullen, die sie inihrer eigenen Brust empfinden, und durch Atheismus in mora-lische Gefühllosigkeit versetzt werden, wie man die in Todes-qual Liegenden mit Opium einschläfert, so wußte er doch, daßin der Brust seines Patrons bereits das Feuer erweckt sei, wel-ches niemals erlischt, und daß sein Herr bei allem Pomp undaller Pracht, die wir bereits beschrieben haben, das Nagendes Wurmes empfand, der nicht stirbt. Da Graf Leicester in-deß von Varney die Versicherung erhalten hatte, daß die Gräfinan einer Unpäßlichkeit leide, die eine genügende Entschuldigungfür ihr Nichterscheinen in Kenilworth bilde, so glaubte seinränkevoller Diener, daß keine Gefahr vorhanden sei, ein so