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ihr Geschlecht und ihre Unterthanen sein. Meiner guten Sacheund der Gerechtigkeit der Königin gewiß, soll die Macht ihresGünstlings meinen Entschluß nicht erschüttern, ich will sogleichSüsser aufsuchen."
„Um des Himmels willen nicht," sagte die Gräfin sehrbeunruhigt, indem sie die Nothwendigkeit einsah, wenigstensZeit zur Ueberlegung zu gewinnen. „Tresfilian, Ihr pflegtetgroßmüthig zu sein, — gewährt mir eine Bitte, und glaubt,wenn es Euer Wunsch ist, mich vom Elend zu erretten undmich vor Wahnsinn zu schützen, daß Ihr, wenn Ihr mir dasgeforderte Versprechen leistet, mehr für mich thun werdet,als Elisabeth mit all' ihrer Macht thun kann."
„Fordert Alles von mir, wozu Ihr vernünftige Gründehabt," sagte Tresfilian, „aber fordert nicht von mir —"
„Beschränkt Eure Güte nicht, lieber Edmund," rief dieGräfin, — „Ihr wolltet ja einst gern, daß ich Euch so nen-nen sollte — beschränkt Eure Güte nicht auf die Vernunft;denn meine Sache ist so widersinnig, daß der Wahnsinn dieRathschläge angeben muß, die mir allein frommen können."
„Wenn Ihr so phantastisch redet," sagte Tresfilian. dessenErstaunen wieder seinen Kummer und seine Entschlossenheitüberwältigte, „so muß ich Euch in der That für unfähig hal-ten, für Euch selber zu denken und zu handeln."
»O nein," rief sie, indem sie sich auf ein Knie vor ihmniederließ, „ich bin nicht wahnsinnig, — ich bin nur ein un-aussprechlich unglückliches Wesen und vermöge der seltsamstenVerhältnisse durch den Arm dessen an einen Abgrund geschleppt,der mich von demselben fern halten will- — Ja, selbst durchEuch, Tresfilian, — durch Euch, den ich ehrte, achtete, nurnicht liebte, — und doch auch liebte, Tresfilian, — obgleichnicht so, wie Ihr es wünschtet."