„Ich habe ein Glas Wasser getrunken," sagte sse, „derElende, welcher zur Hinrichtung geschleppt wird, bedarf kei-ner andern Stärkung, und was für ihn hinreicht, muß auchmir genug sein — thut, was ich Euch befehle." Waylandzögerte noch immer. „Was wollt Ihr noch?" setzte sie hin-zu — »habe ich nicht deutlich gesprochen?"
„Ja, gnädige Frau," antwortete Wayland; „aber darfich fragen, welches Euer weiterer Vorsatz ist? — Ich wünschees nur zu wissen, damit ich mich nach Euern Wünschen richtenkann. Das ganze Land ist in Bewegung und strömt nach demSchlosse Kenilworth zu. Es würde schwer sein, dorthin zukommen, selbst wenn wir die nöthigen Pässe hätten. — Unbe-kannt und ohne Beschützer könnte uns ein Unglück begegnen. —Ihre Herrlichkeit wird mir verzeihen, wenn ich meine Ansicht sooffen ausspreche. — Wäre es nicht besser, wir suchten die Schau-spieler wieder aufznfinden, und vereinigten uns mit ihnen?" —Die Gräfin schüttelte den Kopf, und ihr Führer setzte hinzu:„dann weiß ich nur noch ein anderes Mittel."
„So sprich es aus," sagte die Gräfin, der es vielleichtnicht unangenehm war, daß er ihr Rath anbot, da sie sichschämte, ihn darum zu befragen; „ich halte Dich für treu —welchen Rath wolltest Du mir geben?"
„Daß ich Herrn Tresstlian die Nachricht bringen dürfte,daß Ihr an diesem Orte seid. Ich bin gewiß, daß er sogleichmit einigen von Lord Suffex Begleitern zu Pferde steigen undfür Eure persönliche Sicherheit sorgen würde."
„Und mir gebt Ihr den Rath, mich unter den Schutzjenes Suffex zu begeben, des unwürdigen Nebenbuhlers desedlen Leicesters?" rief die Gräfin. Als sie dann sah, mit wel-chem Erstaunen Wayland sie anstarrte, und ihr Interesse anLeicester zu deutlich ausgesprochen zu haben fürchtete, setzte sie