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8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
216
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und Selbstbeherrschung erspart hatte. Aus derselben Nachsichtfolgte, daß sie nur gewöhnt war, ihre Wünsche auszusprcchenund Andern die Erfüllung zu überlassen; und so war sie inder wichtigsten Periode ihres Lebens auf gleiche Weise vonder Geistesgegenwart und der Fähigkeit verlassen, für sichselber einen vernünftigen oder klugen Plan für ihre Hand-lungsweise zu entwerfen.

Diese Schwierigkeiten drängten sich dcr unglücklichenDamean dem Morgen, welcher die Crisis ihres Schicksals zu seinschien, mit großer Gewalt auf. Alle andere Rücksichten über-sehend, hatte sie nur gewünscht, in Kenilworth zu sein, undsich ihrem Gemahle zu nähern; nun aber, da sie in der NäheBeider war, erhoben sich tausend Bedenklichkeiten, und quäl-ten sie mit verdoppelten Zweifeln und Besorgnissen, wovoneinige wirklich, andere eingebildet, und alle bei einer gleichhoffnungslosen und von Hülfe und Rath verlassenen Lageübertrieben waren.

Nach einer schlaflosen Nacht war die Dame am Morgenso schwach, daß sie nicht im Stande war, Wayland zu fol-gen, als er sie in aller Frühe zur Fortsetzung ihrer Reise auf-fordcrte. Der treue Führer wurde sehr bekümmert wegen derDame, sowie auch seinetwegen etwas unruhig, und war ebenim Begriff allein nach Kenilworth zu gehen, in der Hoffnung,Tressilian zu entdecken, und ihm die Annäherung der Damemitzutheilen, als er etwa um neun Uhr Vormittags zu ihrgerufen wurde. Er fand sie angeklcidet, und bereit, ihreReise fortzusetzen, doch zeigte sich eine Blässe in ihrem Ge-sichte, die ihn wegen ihrer Gesundheit besorgt machte. Siesprach ihren Wunsch aus, die Pferde sogleich vorzuführen,und widerstand mit Ungeduld der Bitte ihrers Führers, vorihrer Abreise einige Erfrischungen zu sich zu nehmen.