Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
190
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die Gräfin »nein, laß meinen Arm los, ich kann ohne Hülfegehe» und ohne Rath handeln."

Seid nicht böse auf mich, Mylady," sagte Jeanncttesanft,und laßt Euch immerhin von mir unterstützen, derWeg ist uneben und Ihr seid nicht gewohnt ijn Dunkeln zugehen."

Wenn Du mich nicht für so geringe hältst, daß ich mei-nem Gemahl Schande bringen sollte," sagte die Gräfin indemselben erbitterten Tone,so mußt Du den Grafen vonLcicestcr für fähig halten, Deinem Vater und Varney bei ihrerschändlichen Handlungsweise Vorschub leisten, oder sogar Voll-macht ertheilen zu können."

Um Gottcswillen, gnädige Frau, verschont meinen Vaterin Eurem Berichte an den Grafen," sagte Jeannette;sounbedentend auch meine Dienste sind, bitte ich Euch, sie alsBuße für seine Vergehungen anzunchmen."

Ich müßte sehr ungerecht sein, liebe Jeannctte, wenn ichanders handelte," sagte die Gräfin, indem sie wieder die ganzeZärtlichkeit und Vertraulichkeit ihres Wesens gegen ihre treueDienerin annahm.Ja, Jeannctte, kein Wort von mir sollDeinem Vater Unheil bringen. Doch Du siehst, meine Liebe,ich habe keinen andern Wunsch, als mich dem Schutze meinesGemahls anzuvcrtrauen. Ich habe die mir von ihm angewie-sene Wohnung verlassen, wegen der Schändlichkeit der Personen,von denen ich umgeben war, doch werde ich in keinem ande-ren Punkte seinen Befehlen ungehorsam sein. An ihn alleinwill ich mich wenden bei ihm allein will ich Hülfe suchennur auf seinen Wunsch werde ich das Geheimniß unserer Ver-bindung irgend einem Andern mittheilcn- Ich will ihn sehenund von seinen eigenen Lippen die Befehle empfangen, wie ichmein künftiges Betragen einzurichten habe. Sage nichts gegen