Weniger aufgeregt als ihre Gebieterin, bemerkte Jeannette,daß das Licht still stehe, und flüsterte der Gräfin zu, es kommeaus der einsamen Zelle, wo der Alchymist seine geheimen Ex-perimente anstelle. — „Er ist Einer von Denen," setzte siehinzu, „welche Nachts wachen, um Unheil anrichtcn zu kön-nen. Zum Unglück ist dieser Mann hieher gekommen, dessengemischte Reden von irdischem Reichthume und überirdischeroder übermenschlicher Kenntniß meinen armen Vater so sehreingenommen haben. Vortrefflich sagte der gute Herr Hold-forth — und mich dünkt, nicht ohne die Absicht, daß unsereHausgenossen ein Beispiel daran nehmen sollten: „Es gibtLeute sagte er, „und ihre Zahl ist Legion, die lieber, gleichdem bösen Ahab, den Träumen des falschen Propheten Zede-chias zuhören würden, als den Worten dessen, von dem derHerr geredet hat." Und er sagte weiter: „Ach, meine Brü-der, es gibt viele Zedechiase unter uns — Leute, die Euch dasLicht ihrer weltlichen Wissenschaft verbeißen, wenn Ihr ihnendafür das Eurer himmlischen Kenntniß geben wollt. Sindsie besser als der Tyrann Naas, welcher das rechte Auge Der-jenigen forderte, welche seiner Macht unterworfen waren?"Und weiter sagte er —"
Es ist ungewiß, wie lange das Gedächtniß der hübschenPuritanerin zur Wiederholung der Predigt des Herrn Holdforthwürde ausgereicht haben, hätte die Gräfin fie nicht jetzt un-terbrochen und ihr versichert, fie könne jetzt das Parkthor er-reichen, ohne eines zweiten Ansruhens zu bedürfen-
Sie machten sich demnach wieder auf den Weg, und legtenden zweiten Theil ihrer Reise mit mehr Ueberlegung und daherleichter zurück, als den ersten, den sie so hastig begonnen hatten.Dies gab ihnen Zeit zum Nachdenken, und Jeannette fragtejetzt zuerst ihre Gebieterin, wohin fie ihre Flucht zu lenken