Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
173
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Deinen Vater, vor Allen ater und am meisten diesen verhaß-ten Varney. Ich will aus Cumnor entfliehen."

Aber, gnädige Frau, wohin wollt Ihr fliehen? und wiedenkt Ihr aus diesen Mauern zu entkommen?"

Ich weiß nicht, Jeannette," sagte die unglückliche jungeDame, indem sie ihre Blicke zum Himmel emporrichtete undihre Hände zusammcnfaltete,ich weiß nicht, wohin, oder answelche Weise ich entfliehen soll; doch bin ich gewiß, daß derGott, dem ich gedient habe, mich in dieser furchtbaren Lagenicht verlassen wird, denn ich bin in den Händen böser Menschen."

Glaubt das nicht, theure Lady," sagte Jeannette;meinVater ist finstern und strengen Wesens, hält fest an seinemGlauben aber dennoch"

In diesem Augenblicke trat Anton Fvster in's Zimmer,ein Glas und eine kleine Flasche in der Hand haltend. SeinBenehmen war seltsam; denn während er sich der Gräfin mitder ihrem Range gebührenden Achtung näherte, war er dochbis jetzt nicht im Stande gewesen, das ihm eigenthümlicheplumpe Wesen ganz abzulegen, welches sich, wie gewöhnlichbei Leuten von seiner unglücklichen Gemüthsart der Fall ist,gegen Personen, welche die Umstände seiner Obhut anvertrau-ten, besonders kund gab. Jetzt aber zeigte er nichts von derPlumpen Anmaßung, die er gewöhnlich unter einer erkünsteltenlinkischen Höflichkeit zu verbergen suchte, wie ein Räuber seinePistolen und seinen Knittel unter dem schlechten Mantel zuverstecken sucht. Sein Lächeln schien indeß mehr Furcht, alsHöflichkeit zu verrathen, und indem er in die Gräfin drang,die treffliche Herzstärkung zur Erfrischung ihrer Lebensgeisternach dem gehabten Schrecken zu sich zu nehmen, schien er überirgend einen neuen bösen Anschlag zu brüten. Seine Handzitterte, seine Stimme bebte und sein ganzes Benehmen er-