Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
161
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und diese Lücken mit Entschuldigungsschreiben ausgefüllt wur-den, die nicht immer in den wärmsten Ausdrücken abgefaßtund gewöhnlich sehr kurz waren, da zogen Mißvergnügenund Argwohn in die glänzenden Gemächer ein, welche dieLiebe für die Schönheit eingerichtet hatte. Ihre Antwortenan Leicestcr sprachen die Gefühle zu unverholen aus, und siebar ihn dringend, obgleich nicht auf kluge Weife, sie durch dieAnerkennung ihrer Verbindung aus dem verborgenen undabgeschiedenen Aufenthalte zu erlösen. Indem sie alle Gründemit der ihr zu Gebote stehenden Geschicklichkeit auscinander-setzte, vertraute sie vorzüglich der Innigkeit ihrer Bitten,womit sie ihre Wünsche aussprach. Zuweilen wagte sie so-gar Vorwürfe einzumischen, worüber sich Leicester mit Rechtbeklagen zu können glaubte.

Ich habe sie zur Gräfin gemacht," sagte er zu Varney,sie könnte doch wohl warten, bis cS mir gefällt, ihr dieGrafenkrone aufzusehen."

Die Gräfin Emma sah die Sache aus dem entgegenge-setzten Gesichtspunkte an.

Was hilft es mir," sagte sie,Rang und Ehre zu be-sitzen, wenn ich doch als eine unbekannte Gefangene leben muß,ohne Gesellschaft und ohne die mir gebührende Auszeichnung,als ob ich eine Person von zweifelhaftem Rufe wäre? Es liegtmir nichts an jenen Perlenschnüren, Jeannette, womit Dumich ärgerst, wenn Du sie mir in's Haar stichst. Ich sageDir, wenn ich mir zu Lidcote Hall eine frische Rosenknospein's Haar steckte, da rief mich mein guter Vater zu sich, umsie näher anzusehen, und der gute alte Pfarrer lächelte, undHerr Mumblazcn sagte Etwas von den Rosen in den Wappen;und jetzt sitze ich hier, wie ein Götzenbild mit Gold und Edel-steinen bedeckt, und Niemand, als Du, Jcannette, ist da, umKenilworth. II. II