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von der strengen Jeannette, oder selbstgefällige Blicke hervorzu-rufen vermochte, die ihr aus ihren schönen Augen triumphirendaus dem Spiegel entgegenlächelten. Die Gräfin Emma hatte in-deß, in Hinsicht ihres eitlen Geschmackes, gerechte Ansprüche aufNachsicht, weil die Erziehung jener Zeit wenig oder nichts für ih-ren Geist gethan hatte, der von Natur lebhaft und zu Studienwenig aufgelegt war. Hätte sie nicht Freude am Putze gehabt, so .würde sie Tapeten gewebt, oder Stickereien verfertigt haben, bisdie Arbeit ihrer Hände alle Wände und Sitze in Lidcote Hall biszum Ueberfluß ausgeschmückt hätte; oder sie hätte sich, anstattmit Minervens Arbeiten, zur Abwechselung mit der Zuberei-tung eines trefflichen Puddings beschäftigt, um Sir Hugh Rob-sart bei seiner Rückkehr aus dem Walde damit zu bcwirthen.Doch Emma hatte keinen Sinn für den Webstuhl, die Nadeloder das Kochbuch. Ihre Mutter war früh gestorben; ihrVater hatte ihr in nichts widersprochen, und Tressilian, derEinzige in ihrer Umgebung, dem es weder an Fähigkeit nochgutem Willen fehlte, ihren Geist zu bilden, hatte seinem In-teresse bei ihr dadurch geschadet, daß er zu häufig den Tondes Lehrers annahm, so daß er von dem lebhaften, verzoge-nen, eitlen Mädchen zwar geachtet, aber zugleich auch gefürch-tet wurde, und sic wenig oder nichts von dem sanften Ge-fühle an den Tag legte, welches er ihr so gern eingeflößthätte. So war ihr Herz leicht geöffnet und ihre Neigunggleich gefesselt durch das edle Acußere, das anmuthige Wesenund die Schmeicheleien Leiccstcrs, noch ehe sie ihn als denGünstling des Reichthnms und der Macht kannte.
Die häufigen Besuche Leicesters zu Cnninor, im Anfängeihrer Verbindung, hatten die Gräfin mit der Einsamkeitund Abgeschiedenheit ansgcsöhnt, wozu sie verurtheilt war.Als diese Besuche aber immer seltener und seltener wurden,