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„Nein, Mylord," sagte Varney; „aber, wenn Ihr mirim Ernst dieses höchst wichtige und nothwcndige Geschäft über-tragen wollt, so müßt Ihr mir ein Beglaubigungsschreiben anMylady mitgcbcn und es mir überlassen, den darin enthaltenenRath mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln zu unter-stützen. Und eine so hohe Meinung hege ich von der LiebeEurer Gemahlin zu Euch, und von der Bereitwilligkeit, Alleszu thun, was zu Eurer Zufriedenheit und Eurem Wohl bei-tragen kann, daß ich mich überzeugt halte, sie wird sich her-ablassen, auf einige Tage den Namen eines so geringen Man-nes, wie ich bin, zu führen, besonders da derselbe an altemAdel dem ihres väterlichen Hauses nicht nachsteht."
Leicester ergriff die Feder und fing mehrmals an, einenBrief an die Gräfin zu schreiben, den er immer wieder inStücke zerriß. Endlich brachte er einige unzusawmenhängendeZeilen zu Stande, worin er sie beschwor, ans Gründen, diesein Leben und seine Ehre beträfen, nur auf die weniges Tageder Feste zu Kenilworth, Varney's Namen zu tragen. Erfügte noch Hinz», daß Varney ihr alle Gründe auseinander-sctzcn werde, die einen solchen Betrug durchaus nöthig mach-ten. Nachdem er dies Beglaubigungsschreiben unterzeichnetund versiegelt batte, warf er cs Varney über den Tisch zu,indem er ihm mit der Hand ein Zeichen gab, auf der Stelleabzureisen, welches dieser sogleich verstand und befolgte.
Leicester blieb in dumpfer Betäubung zurück, woraus ihn-er Hufschlag eines Pferdes erweckte.
Varney hatte sich nicht einmal Zeit genommen, seine Klei-der zu wechseln, sondern schwang sich in den Sattel undmachte sich sogleich auf den Weg nach Berkshire, nur von einemeinzigen Diener begleitet. Bei diesem Geräusch fuhr der Grafvon seinem Sitze auf, und eilte mit dem augenblicklichen Vor-