„sie wurde TreMan gegenüber gestellt werden, und die Ent-deckung wäre nicht zu vermeiden."
„TreMan könnte vom Hofe entfernt werden," entgeg-nen Varney ohne Zögern.
„Und auf welche Weise?"
„Nun, da gibt es viele Mittel," sagte Varney, „wodurchein Staatsmann in Eurer Lage, Mylord, Jemand von demSchauplatze entfernen kann, wenn er sich in Eure Angelegen-heiten mischt, und als Euer gefährlicher Gegner austritt."
„Rede mir nicht von solcher Politik, Varney," sagte derGraf hastig; „überdies würde sie uns in diesem Falle zu nichtshelfen- Wahrscheinlich sind noch viele Andere am Hofe, denenEmma bekannt sein kann, und überdies würde bei Tressilian'sAbwesenheit ihr Vater, oder einer ihrer Freunde herbeigerufenwerden. Strenge Deine Erfindungsgabe besser an."
„Ich weiß in der That nicht was ich sagen soll," ant-wortete Varney; „doch wenn ich in einer solchen Verlegenheitwäre, würde ich mit Postpferden nach Cumnor Place reitenund meine Gattin zwingen, ihre Einwilligung zu Maßregelnzu geben, die zu ihrer und meiner Sicherheit nöthig sind."
„Varney, Varney," versetzte Leicester, „ich kann sie zunichts zwingen, was ihrem edlen Charakter so ganz entgegenist, wie die Theilnahme an diesem Betrüge — das wäre eineschlechte Vergeltung für ihre Liebe, die sie zu mir hegt."
„Gut, Mylord," sagte Varney, „Ihr seid ein weiser undehrenwerther Herr, und woblerfahren in jenen romantischenScrupeln, die vielleicht in Arkadien gebräuchlich sind, wieEuer Neffe Philipp Sidney schreibt. — Ich, Euer gehorsamerDiener, bin ein Mann von dieser Welt und schätze mich glück-lich, daß meine Kennt» ß von ihr und ihren Wegen von derArt ist, daß Eure Herrlichkeit nicht verschmäht haben, sich der-