keinem Andern anzubieten vermag. Um meine geehrte Ladyzur Gräfin zu machen, habt Ihr auf das Glück verzichtet,Euch selbst zum —"
Hier schwieg er und schien den Satz nicht vollenden zuwollen. „Wozu mich selber zu machen?" sagte Leicester; „sprichDeine Meinung aus, Varney."
„Euch selbst zum Könige zu machen, Mylord," ver-setzte Varney — „und noch dazu zum Könige von England!— Es ist kein Hochverrats) gegen unsere Königin, das zu sa-gen. Sie würde dadurch erlangt haben, was alle treue Un-tcrthanen ihr wünschen — einen fröhlichen, edlen und tapfer»Gemahl."
„Du träumst, Varney," antwortete Leicester. „Ueberdieshaben wir in unfern Zeiten genug erlebt, was einem Mannedie Lust zu erheiratheten Kronen, die man von dem Schovßeeines Weibes empfängt, verleiden mag. Da war Darnleyin Schottland."
„Der!" rief Varney, „der Thor, der dreifache Esel, dersich an einem fröhlichen Tage wie eine Rakete in die Luftschlendern ließ. Hätte Maria das Glück gehabt, den edlenGrafen zu heirathcn, der einst bestimmt war, ihren Thron zutheilen, so würde sie einen Gemahl von ganz anderm Stofferhalten, und dieser in ihr eine eben so folgsame und liebendeGattin gefunden haben, wie die Frau des geringsten Ritters,die den Hunden zu Pferde folgt und ihrem Gemahl den Zü-gel hält, wenn er sein Pferd besteigt."
„Dies hätte wohl der Fall sein können, Varney," sagteLeicester, indem ein flüchtiges Lächeln der Selbstzufriedenheitüber sein ernstes Gesicht dahinschwebte. Heinrich Darnleykannte die Weiber zu wenig. — Bei Maria wäre es vielleichteinem Manne geglückt, der ihr Geschlecht besser gekannt hätte,