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8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
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In Raleighs Stimme war beim Schluffe dieser Zeilenein leises Zittern bemerkbar, als sei er ungewiß, wie die Mo-narchin, der diese Huldigung galt, sie aufnehmen würde.Wenn diese Ungewißheit Verstellung war, so war sie ganzam rechten Orte, wo nicht, so war wenig Grund dazu vor-handen. Ohne Zweifel waren diese Verse der Königin nichtneu, denn wann blieben je so elegante Schmeicheleien demOhre einer Fürstin, für die sle bestimmt waren, lange vor-enthalten? Doch waren sie darum nicht minder willkommen,da Raleigh sie so schön vorgetragen hatte. Gleich entzücktvon dem Gegenstände, wie von dem Vortrage der anmuthi-gen Gestalt und dem belebten Gesichte des jungen Redners,begleitete Elisabeth jeden Tonfall mit Blicken und Bewegun-gen der Finger- Als Raleigh geendet hatte, murmelte sie dieletzten Zeilen vor sich hin, indem sie kaum zu wissen schien,daß sie gehört werde, und als sic die letzten Worte:

Und die geweihte königliche Jungfrau

Ging weiter, reinen Sinnes, liebefrei."

aussprach, warf sie die Bittschrift des königlichen Biirenwär-ters Orson Pinnit's in die Themse, um zu Sheerneß, oderwo die Fluth sie sonst hintrciben würde, eine günstigere Auf-nahme zu suchen.

Durch den glücklichen Erfolg des jungen Höflings wurdeLeicestcr zum Wetteifer angespornt, wie sich ein alter Rennererhebt, wenn ein feuriges junges Roß ihn im Laufe überholt.Er lenkte die Unterhaltung auf Festspiele, Bankett, Prunk-aufzüge und die Charaktere, welche damals in diesen fröhlichenScenen auftratcn. Er vermischte scharfsinnige Bemerkungenmit leichter Satyre in jenem richtigen Verhältniß, welcheszwischen boshafter Verleumdung und abgeschmacktem Lobe in