daß die Racen ausarten werden, wenn sich die Leute lieber her-zudrängen zu einem müßigen Schauspieler, seinen übertriebenenUnsinn hervorbrüllen zu hören, anstatt ihren Pfennig dafür aus-zugeben, um das treffliche Bild des Krieges mit anzusehen, dassich nur immer in Friedenszciten darstellen läßt— und das sinddie Belustigungen im Bärcngarten. Da sieht man den Bärenmit seinen rothcn blitzenden Augen auf der Lauer liegen, wie erdenAngriff des Hundes erwartet, gleich einem listige» Feldherrn,der sich im Vertheidignngsstande hält, damit der Angreifendcin Versuchung gerathe, sich eine Blöße zu geben. Und dannkommt der Bullenbeißer, wie ein mnthiger Kämpe und springtin vollem Laufe seinem Gegner an die Gurgel — dann aberlehrt ihn Herr Braunpelz, was Dem zu Thcil wird, der imUebermaß des Mnthes die Kriegslist bei Seite seht; er um-armt ihn und drückt ihn an die Brust, wie ein kräftiger Rin-ger und eine Rippe nach der andern kracht wie ein Pistolen-schuß- Nun kommt ein anderer Bullenbeißer, ebenso kühnaber vorsichtiger und packt Herrn Braunpelz unter der Schnauzean, während dieser schäumend und blutend umsonst bemühtist, ihn von sich abzuschütteln. Und dann —"
„Bei meiner Ehre, Mylord," sagte die Königin lachend,„Ihr habt das Ganze so unübertrefflich geschildert, daß, wennWir auch nie eine Bärenhetze gesehen hätten, was doch schonoft der Fall war, und, so Gott will, noch oft geschehen wird,Eure Beschreibung hinreichen würde, Uns den ganzen Bären-garten vor Augen zu stellen. Nun aber, wer hat nach Euchzunächst seine Meinung abzugebcn? Was sagt Ihr dazu, My-lord von Leicester?"
„Bin ich denn nun von meinem Maulkorbe befreit, gnä-dige Frau?" entgcgnete Leicester.
„Ja, Mylord — wenn Ihr nämlich Muth genug fühlt, an