lag in seiner Gestalt, wie wir schon früher erwähnt haben,eine Anmuth und ein Adel, der dem kritischen Auge Elisabethsnicht entging. Sic betrachtete ihn mit Aufmerksamkeit, alser ohne Verlegenheit, jedoch mit der Miene des tiefsten Kum-mers, vor ihr stand.
„Ich kann nicht umhin, diesen Herrn zu bedauern," sagtesie zu Leicester. „Ich habe mich nach ihm erkundigt, und seinBenehmen bestätigt, was ich über ihn horte, daß er in denWissenschaften und in den Waffen wohlgeübt und demnachzugleich Gelehrter und Soldat ist. Wir Frauen, Mylord,sind launcnvoll in unserer Wahl — nach dem Aeußercn zuurthcilen, kann kein Vergleich zwischen Eurem Dicnstmanneund diesem Cavalicr sein. Doch Varncy weiß sich sehr gutauszndrückcn, und, um die Wahrheit zu sagen, bei UnseremGeschlechtc in Gunst zu setzen.— Ei, Herr Tressilian, ein ver-lorener Pfeil ist noch kein zerbrochener Bogen. Eure treueLiebe, wofür ich sie halten will, scheint schlecht vergolten znsein; doch Ihr seid ein Gelehrter und wißt, daß es seit demtrojanischen Kriege mehr als.eine falsche Cressida gegeben hat.Vergeht diese leichtfertige Dame, mein guter Herr, und wähltin Zukunft den Gegenstand Eurer Zärtlichkeit nach weisererBeurthcilung. Diese Lehre geben Wir, Euch mehr aus denSchriften gelehrter Männer, als aus eigener Erfahrung, daWir, vermöge Unseres Standes und Willens, weit entfernt sind,Unsere Erfahrung in solchen eitlen Tändeleien grillenhafter Lei-denschaften erweitern zu wollen. Was den Vater dieser Damebetrifft, so wollen Wir seinen Kummer dadurch lindern, indemWir seinen Schwiegersohn zn einem Posten befördern, der ihnin den Stand setzt, seiner Gattin anständigen Unterhalt zngeben. Du sollst nicht vergessen sein, Tressilian, komm anUnfern Hof, und Du wirst sehen, daß der trenc Troilos An-