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8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
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stcr. Ihr haltet Euch wohl für einen großen Mann, weilWir soeben einem Cavalier Euretwegen einen Verweis ertheilthaben; doch bei alledem betrachten wir Euch nur als ein Blei-gewicht, das die Thüre verschlossen hält. Ruft diesen Varneysogleich herein. Auch ist in der Bittschrift eines gewissenTressilian erwähnt laßt Beide vor Uns erscheinen."

Dem königlichen Befehle zufolge traten Tressilian undVarney in den Saal. Varney's erster Blick fiel auf Lcicester,der zweite auf die Königin. Die Blicke der Letzteren verkün-deten ihm einen herannahenden Sturm und in der niederge-schlagenen Miene seines Beschützers konnte er keine Anwei-sung lesen, in welcher Richtung er das Schiff lenken müsse,um dem Sturme Trotz zu bieten. Dann wurde er Tressiliangewahr und die ganze Gefahr seiner Loge stand im Augen-blicke klar vor ihm. Varney aber befaß eben so viel Frechheitund Entschlossenheit als Verschlagenheit und gleich einemgeschickten Steuermanne im Drange der Noth übersah errasch die Vortheile, die seiner warteten, wenn es ihm gelänge,Lcicester aus der drohenden Gefahr zu reißen, und sein un-vermeidliches Verderben, wenn cs ihm fehlschlagen sollte.

Ist es wahr, Bursche," sagte die Königin mit ihremdurchdringenden Blicke, welchem nur Wenige zu widerstehenvermochten,daß Ihr eine junge Dame von Geburt und Er-ziehung, die Tochter des Sir Hugh Robsart von Lidcote Hall,auf schändliche Weise verführt habt?"

Varney warf sich der Königin zu Füßen, und erwidertemit der Miene tiefster Zerknirschung, es habe allerdings einLiebesverständniß zwischen ihm und Fräulein Emma Robsartstattgefundc».

Leicesters Glieder erbebten vor Unwillen, als er dieses Ge-ständniß aus dem Munde seines Dienstmanncs hörte, und schon