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„Erhabene Gebieterin!" sprach er, während alle Hof-leute umher wegen seiner Verwegenheit zitterten, „ich kommebloß, um zu fragen, ob ich bei Ausübung meines Berufesden Befehlen Ihrer Majestät, oder denen des Grafen vonLeicester zu gehorchen habe, der mir öffentlich mit seiner Un-gnade gedroht und mich mit ungebührlichen Reden beschimpfthat, weil ich einem seiner Cavaliere in Folge der ausdrück-lichen Befehle Ihrer Majestät den Eintritt verweigerte."
Plötzlich erwachte der Geist Heinrich des Achten in derBrust seiner Tochter; sie wandte sich mit einer Strenge anLeicester, wovor er und alle seine Anhänger erbleichten.„Gott's Tod! Mylord," rief sie mit ihrem gewöhnlichen nach-drücklichen Fluche aus, „was hat dies zu bedeuten? Wir ha-ben gut von Euch gedacht und Euch in die Nähe UnsererPerson beschiedcn ; doch geschah es nicht darum, daß Ihr Un-sere andern getreuen Untcrthancn von dem Sonnenlicht aus-schließen solltet. Wer gab Euch die Erlaubniß, Unfern Be-fehlen zu widersprechen, oder Euch gegen Unsere Beamtenaufzulchnen? An diesem Hofe, sowie im ganzen Reiche solles nur eine Gebieterin, aber keinen Gebieter geben. Auchsoll dem Herrn Bowyer bei der Ausübung seines Amtes keinLeid geschehen; denn so wahr ich eine Christin und eine ge-krönte Königin bin, mache ich Euch auf's strengste dafür ver-antwortlich. — Geht, Bowyer, Ihr habt als ein rechtschaffe-ner Mann und treuer Unterthan gehandelt!"
Bowyer küßte die Hand, welche sie ihm hinrcichtc, er-staunt, über den glücklichen Erfolg seiner eigenen Kühnheit.Ein triumphirendes Lächeln zeigte sich bei der ganzen Parteides Grafen von Suffex. Leicestcrs Partei stand dagegen be-troffen da, während der Günstling selber die Miene der tief-