Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
52
Einzelbild herunterladen
 

52

Lord Leicester;wißt Ihr, wer ich bin und daß dies meinFreund und Begleiter ist?"

Ew. Herrlichkeit wird mir verzeihen," erwiderte Bowyermit festem Tone,meine Befehle sind bestimmt und nvthigenmich zu strenger Erfüllung meiner Amtspflicht."

Du bist ei» parteiischer Mensch," erwiderte Leicester,indem ihm das Blut in's Gesicht stieg,mir diesen Schimpfanzuthun, da Du doch eben jetzt einen Begleiter des LordSuffcx cinließcst."

Mylord," erwiderte Bowyer,Herr Raleigh steht seitKurzem als geschworener Cavalicr im Dienste Ihrer Maje-stät, und auf ihn erstrecken sich meine Befehle nicht."

Du bist ein Bube ein undankbarer Bube," sagteLeicester;doch wer Dich erhob, kann Dich auch wieder stür-zen Du sollst Dich nicht lange Deiner Würde rühmen!"

Diese Drohung sprach er gegen seine gewöhnliche Klug-heit und Vorsicht mit lauter Stimme aus, trat dann in denAudienzsaal und machte seine ehrerbietige Verbeugung vorder Königin, die mit mehr als gewöhnlichem Glanze, umge-ben von den Mitgliedern des hohen Adels und den Staats-männer», deren Muth und Weisheit ihre Regierung unsterb-lich gemacht haben, sich bereit hielt, die Huldigungen ihrerUnterthanen zu empfangen. Gnädig erwiderte sie die ehr-furchtsvolle Begrüßung des begünstigten Grafen und blicktebald ans ihn, bald auf Suffex, als sei sie im Begriff ihreRede zu beginnen; da trat Bowyer, der den Schimpf nichtverschmerzen konnte, welcher ihm soeben bei der Ausübungseines Berufes widerfahren war, mit seinem schwarzen Stabein der Hand vor, und kniete vor seiner Monarchin nieder.

Nun, was gibt's, Bowyer?" fragte Elisabeth,Duwählst seltsam die Zeit zn Deinen Ehrfurchtsbezcigungcn!"