3N
„Nicht eher, als bis ich die Königin habe herauskommensehenerwiderte der Jüngling gefaßt-
„Wahrhaftig, Dn bist von Sinnen," antwortete Blvunt.
„Und Dn bist plötzlich ein Feigling geworden," sagteWalter. „Ich habe gesehen, wie Du auf Deine eigene Handeinem halben Dutzend rauhköpfiger Irländer cntgegengegan-gcn bist, und jetzt wolltest Du blinzeln und Dich zurückzichen,nm den finstern Blick einer schönen Dame zu vermeiden?"
In diesem Augenblicke wurde das Thor geöffnet und Hof-cavaliere, unter Vortritt und Begleitung der Leibwache, tratenin geregeltem Zngc heraus. Hinter ihnen erschien Elisabethselbst, von Herren und Damen umgeben, doch so, daß sle freium sich blicken und von allen Seiten gesehen werden konnte-Sie war damals in der Blüthe ihrer Jahre und prangte mitReizen, welche bei einer Herrscherin Schönheit genannt wer-den, und welche selbst im niederen Range für eine edle Ge-stalt würden erklärt worden sein, besonders, da sie mit aus-drucksvollen, gebieterischen Zügen vereint waren.
Sie stützte sich auf den Arm des Lord Hunsdon, dessenVerwandtschaft mit ihr von Seiten ihrer Mutter ihm oft der-gleichen Zeichen von Elisabeths Vertraulichkeit verschaffte.
Der erwähnte junge Cavalicr war der Person seinerHerrscherin vielleicht noch nie so nahe gekommen, und erdrängte sich so weit vorwärts, als es die Reihe der Gardistenerlaubte, um die gegenwärtige Gelegenheit zu benutzen. SeinGefährte dagegen fluchte seiner Unbesonnenheit und zog ihnfortwährend zurück, bis Walter sich ungeduldig von ihm losmachte, indem er seinen reichen Mantel nachlässig von dereinen Schulter niedersinkcn ließ, welche unwillkürliche Hand-lung dazu diente, seine schlanke, wohlproportionirte Gestaltaus's Vortheilhafteste zu zeigen.