190
terthan, zu dem berühmten, altenglischcn Liede Veranlassungsoll gegeben haben: Die Dame und ihr lahmer, zahmer Kranich.
Die Frage seiner Fran nachzirpcnd, fragte auch er denStallknecht: „Johann, hast Du wirklich den Teufel gesehen,frage ich, Johann?"
„Und wenn ich ihn nun gesehen hätte, Herr Kranich?"erwiderte der Hausknecht; denn er zollte seinem Herrn gleichder übrigen Dienerschaft eben so wenig Rcspeet wie seine Ge-bieterin.
„Nun, Johann," fuhr der friedfertige Herr Kranich fort,„wenn Dn den Teufel gesehen hast, so möchte ich wissen,wie er denn eigentlich anssieht."
„Das wirst Dn einst erfahren," fiel seine Ehehälfte ein,„wenn Dn Dich nicht besserst, Dich bloß um das bekümmerst,was Dich nicht angeht, und immer auf eitles Geschwätz hörenwillst. — Aber wissen möchte ich cs doch auch, Johann, wieder Kerl aussah."
„Das kann ich Euch wirklich nicht sagen, Fran," antwor-tete der Stallknecht mit mehr Nespect; „denn ihn hat nochNiemand zu Gesicht bekommen."
„Und wie wurde denn Dein Pferd geheilt, wenn Du ihnnicht zu Gesichte bekamst?" fragte Gevatter Grimesby.
„Nun, ich ließ mir von dem Schulmeister die Krankheitdes Pferdes aufschreiben und der häßlichste Junge, den mannur je aus Lindenholzwurzcl als Spielzeug für Kinder schnitzenkonnte, führte mich dorthin."
„Und wie war's? heilte er das Pferd, Johann?" fragtenalle Umstehenden zugleich.
„Ja, wie es zuging, kann ich nicht sagen," antworteteder Stallknecht; „nur so viel weiß ich, daß ich mir ein Herzfaßte und so viel wie eine Erbse groß von dem Mittel in den Mund